Essay-Wettbewerb «Premio Pusterla»

Das Center for Medical Humanities am Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich vergibt jährlich den Essay-Preis Premio Pusterla in zwei Kategorien: den Premio Pusterla Medizinethik Juniorfür UZH-Medizinstudierende des ersten Semesters sowie den Premio Pusterla Medizinethik Senior, der sich an in der Schweiz tätige Ärztinnen und Ärzte richtet. Der Preis wird jeweils vergeben für den besten Essay, der ethische Probleme und Konfliktsituationen in der ärztlichen Praxis und Klinik in literarisch ansprechender Form verarbeitet und darstellt.

Der Wettbewerb wurde initiiert von Frau Prof. Dr. Dr. Nikola Biller-Andorno (Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, UZH) und gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Hildegard Keller (Literaturclub SRF / Deutsches Seminar UZH) konzipiert, die auch ein Coaching der teilnehmenden Studierenden sowie die Moderation der feierlichen Abendveranstaltung im Frühjahr übernimmt.

Der Preis ist benannt nach Dr. med. Edio Pusterla, der den Wettbewerb mit einer grosszügigen Zuwendung für mehrere Jahre ermöglicht. Dafür dankt das IBME Herrn Dr. med. Edio Pusterla ganz herzlich.

Premio Pusterla Medizinethik Junior
An der Universität Zürich wird bereits ganz früh im Medizinstudium das Bewusstsein für die ethischen Dimensionen der ärztlichen Tätigkeit geschärft. Studierende der Human- und Zahnmedizin belegen im ersten Studienjahr den Kurs „Grundlagen der Ethik in der Medizin“ und schreiben einen Aufsatz, in dem sie eine eigene Erfahrung oder ein Ereignis erzählen und ethisch reflektieren.

Premio Pusterla Medizinethik Senior
Teilnehmen können in der Schweiz tätige Ärztinnen und Ärzte, die realitätsnah, dabei mit Stil und Formulierungskunst selbst erlebte oder aus dem direkten Umfeld berichtete Fälle aus dem ärztlichen Alltag mitsamt den über das Medizinische hinausgehenden Aspekten zu Papier bringen und damit Gedankenanstösse für die ethischen Dimensionen des Arztberufs geben möchten.

Aktuell


Premio Pusterla 2019

Das öffentliches Finale und die Preisvergabe des zweiten Essay-Wettbewerbs für Medizinstudierende der Universität Zürich im 1. Studienjahr und in der Schweiz tätige Ärztinnen und Ärzte fand im Mai 2019 statt. Nach einem Grusswort derLeiterin Studiendekanat Waltraud Georg trugen die drei Finalist_innen des Junior-Wettbewerbs ihre Texte vor und die Jury, bestehend aus Brida von Castelberg, Anna Elsner und Jürg Kesselring, diskutierte die Beiträge. Nachdem auch das Publikum mit abgestimmt hatte, konnten Nikola BillerAndorno und Hildegard Keller die Preise übergeben.

winner and jury of premio pusterla 2019

Hildegard Keller, Hanna Fischer, Brida von Castelberg, Nathan Schmid, Jürg Kesselring, Leana Cavelti, Nikola Biller-Andorno und Anna Elsner, v.l.n.r.

 

Ausgezeichnet wurden:

  1. Preis Premio Pusterla Medizinethik Junior: Nathan Elias Schmid für seinen Essay «Der scheinbare Autonomieraub am Lebemann und wie mich sein Lächeln eines Besseren belehrte»
  2. Preis Premio Pusterla Medizinethik Junior: Hanna Fischer für ihren Essay «Leben oder nur Überleben – Der dünne Grat zwischen Menschlichkeit und Qual»
  3. Preis Premio Pusterla Medizinethik Junior: Leana Cavelti für ihren Essay «Schwarze Liste als Todesurteil»

Ausserdem erhielt Dr. med. Peter Selhausen aus Basel den Premio Pusterla Medizinethik Senior für seinen Essay «Krank ohne Kant: Vom technologischen zum kategorischen Imperativ».
Alle vier Texte wurden von der Schweizerischen Ärztezeitung veröffentlicht.

Rückschau


Premio Pusterla 2018

Im März 2018 fand zum ersten Mal die öffentliche Preisermittlung mit einer Live-Jury sowie die feierliche Preisverleihung statt. Als Juroren waren dabei: Dr. med. Brida von Castelberg; Dr. Raoul Schrott, Schriftsteller; Michael Fehr, Schriftsteller. Die Finalistinnen waren Selina Steiger (1. Preis), Gioia Epprecht und Andrina Singelmann. Die Gewinnerin Selina Steiger erhielt 1000.- Franken und ihr Siegeressay wurde sowohl in der Schweizerischen Ärztezeitung als auch im Literarischen Monat veröffentlicht.

Bericht vom Anlass:

Ethik: Die Reflexion belohnen

Der preisgekrönte Text „Ein Messer, ein Feuer und viele offene Fragen“ von Selina Steiger in der Schweizerischen Ärztezeitung vom 11.07.2018.